Das Ereignis einer außergewöhnlichen Freundschaft
„VERN – Ich suchte einen Zeitzeugen und fand einen Freund“
Lesung mit dem Autor Hans-Jürgen Zacher am Freitag, dem 02.02.07 in der Aula der Elsener Gesamtschule
Es ist eine Lesung der besonderen Art, die an diesem Freitagnachmittag in der Aula der Gesamtschule Paderborn – Elsen vor 150 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 13 stattfindet. Hier liest ein Autor nicht irgendeine Romangeschichte, sondern hier erzählt Hans-Jürgen Zacher eine Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes das Leben schrieb, genauer gesagt, sein Leben schrieb. Er erzählt mit „VERN“ eine autobiografische, sehr persönliche und anrührende Geschichte einer einzigartigen Freundschaft. Und dabei wollte der Autor gar kein Buch schreiben, wie er seine verblüffte Zuhörerschaft wissen lässt. Er war nach langen Recherchen im Rahmen seiner Dissertation über die im Dritten Reich zerstörte Jüdische Gemeinde in Werl / Westfalen 1986 auf einen fast 70jährigen Mann gestoßen, der nach der Pogromnacht als 14-Jähriger mit einem Kindertransport Deutschland verlassen musste. Es handelte sich um Werner Halle, den Sohn des letzten Vorstehers der Jüdischen Gemeinde zu Werl. Nach großen Schwierigkeiten schafft es der Autor, Werner bzw. jetzt VERN in England aufzusuchen. Doch VERN kann – oder will – sich offenbar nicht mehr an seine Kindheit erinnern.
Dass es dem Autor dennoch gelingt, mit VERN gedanklich in die Vergangenheit zurückzukehren, alte Wunden zu berühren ohne neu zu verletzen, das beeindruckt die Schülerinnen und Schüler an den Erzählungen von Hans-Jürgen Zacher am meisten. Sie können das tiefe Band einer außergewöhnlichen Freundschaft nachempfinden, die auf diese Weise zwischen den beiden entstanden war.
Viele aus der jugendlichen Zuhörerschaft suchen nach der offiziellen Lesung das persönliche Gespräch, haben Fragen und freuen sich über handsignierte Buchexemplare. Wie tiefgehend einige Schüler die Ausführungen Hans-Jürgen Zachers beeindruckt haben, macht eine Frage eines 16- Jährigen deutlich:
„Welche Gefühle bewegten sie in dem Moment, als Sie erfuhren, dass VERN Ihnen Dinge erzählt hatte, die er noch nicht einmal seiner Frau in jahrzehntelanger Ehe anvertraut hatte?“

Eine gebannte Zuhörerschaft
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