Lokales
Paderborn. „Die Rahmenbedingungen für integrativen Unterricht müssen verbessert werden.“ Dies war schon die einhellige Meinung von Pädagogen und Eltern bei einem Informationsabend der Elterninitiative „Gemeinsam leben – Gemeinsam lernen“ im November 1999.
Gut 10 Jahre danach hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen in der Sitzung des Bundesrates vom 19. Dezember 2008 der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen zugestimmt.
In dieser Konvention heißt es im Artikel 24, dass Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden dürfen und Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeldlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben müssen.
Im Kreis Paderborn besuchen zur Zeit an 6 Grundschulen und 3 weiterführenden Schulen Kinder mit Behinderung den Gemeinsamen Unterricht. Die Paderborner Initiative „Gemeinsam leben – Gemeinsam lernen“ ist davon überzeugt, dass der Gemeinsame Unterricht von der Ausnahme zur Regel gemacht werden sollte, um die UN-Konvention umzusetzen. Allerdings muss die Elterninitiative feststellen, dass die Landespolitik beim Gemeinsamen Unterricht durch Stillstand und sogar Rückschritt gekennzeichnet ist.
Um eine individuelle Förderung der Kinder im GU zu garantieren, ist zwingend erforderlich, eine möglichst durchgehende Doppelbesetzung der Klassen durch zwei Lehrpersonen sowohl in der Primarstufe als auch in der Sekundarstufe.
Die Paderborner Elterninitiative „Gemeinsam leben – Gemeinsam lernen“ schließt sich den zahlreichen Elternprotesten in NRW an, die sich gegen die von der Landesregierung vorgenommenen „Deckelung“ der Lehrerstellen für Integrationsschulen in der Sekundarstufe I richtet. In der Konsequenz führt dies dazu, dass bisherige Integrationsschulen Lehrer für die Einrichtung zusätzlicher Integrationsklassen zur Verfügung stellen müssen.
Wofür sich die Bündnisgrüne Sigrid Beer einsetzt
Die Elterninitiative begrüßt die Einrichtung neuer Integrationsklassen und fordert, die Lehrerstellen entsprechend zu erhöhen, damit die Qualität des bestehenden Gemeinsamen Unterrichts in NRW, und somit hier im Kreis Paderborn, nicht gefährdet wird.
Zu den Perspektiven des Gemeinsamen Unterrichts im Kreis Paderborn wird im August eine Podiumsdiskussion stattfinden, die die Elterninitiative momentan vorbereitet.
Auch die Paderborner Landtagsabgeordnete Sigrid Beer begrüßt das Engagement der Initiative. Für sie habe jedes Kind mit einer Behinderung ein Anrecht auf den Besuch einer Regelschule. „Es sei seit langem nachgewiesen, dass Kinder mit und ohne Behinderung vom gemeinsamen Unterricht profitieren“, führt Beer an.
Sie fordert daher beim Einsatz der Konjunkturgelder für die Schulen den Ausbau des gemeinsamen Schulunterrichts stärker zu berücksichtigen.
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