VON FRANK BRÜSS
Paderborn-Elsen. „Bis ich ins Berufsleben einsteige ist noch viel Zeit, dachte ich“, merkt Amanda an. Vanessa sagt: „Ich habe mir kaum Gedanken um meine berufliche Zukunft gemacht.“ Um dieser unbedarften Einstellung entgegenzuwirken hat die Gesamtschule Elsen ein Projekt ins Leben gerufen, das die Schüler besser auf den Einstieg in den Beruf vorbereiten soll.
In Zusammenarbeit mit Invia, Kolping und der Fortbildungsakademie der Wirtschaft soll dieses Ziel mit einem speziellen Förderprogramm und zwei Praktika in der 9. Klasse erreicht werden. „Durch eine individuelle Betreuung und Vorbereitung auf die Arbeitswelt soll die Motivation und Bereitschaft für eine mögliche Ausbildung gestärkt werden“, beschreibt Hendrik Stoya, Sozialarbeiter der Schule, das Projekt.
Die Idee zu dem Projekt entstand Ende letzten Jahres. Laut Schulleitung verfügen die Schüler oft über vielfältige Fähigkeiten, schlechte Schulleistungen verschlechtern jedoch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erheblich. Die Schule möchte nun das Angebot unterbreiten, die berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und einen positiven Übergang in die Ausbildung zu schaffen. „Wir unterstützen förderbedürftige Jugendliche, um ihnen eine Perspektive zu geben. Es ist ein sehr intensiver Beratungsprozess“, so Stoya.
Im April fand das erste Praktikum statt, das bei einem der 28 Partnerbetriebe abgeleistet wurde. „Die 18 Teilnehmer konnten hier erste Erfahrungen sammeln und sich beruflich orientieren“, merkt Direktorin Greipel-Bickel an. Bereits acht Schüler hätten eine Zusage für eine Ausbildung. Amanda könne sogar zwischen einer Lehre zum Dachdecker oder zum Zimmerer auswählen.
Finanziell gefördert wird das „Job-Coaching“, das ein Volumen von 20.000 Euro hat, von der Agentur für Arbeit, der Familie Osthushenrich-Stiftung und dem Förderverein der Schule.
Wandel des Ausbildungsmarktes
Die Agentur für Arbeit geht davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt aufgrund des demografischen Wandels deutlich verändern wird. Ab 2016 sei ein Mangel an Fachkräften zu erwarten. Man müsse daher allen Schülern eine Perspektive bieten. Die Agentur fördert daher Schulprojekte in Paderborn mit einem Betrag von 200.000 Euro. Erstes Ergebnis: 50 Prozent der Geförderten finden einen Ausbildungsplatz.

Zukunftsdebatte: Anne Greipel-Bickel, Vanessa Beyer, Amanda Klauke, Ronald Thiemel, Burghard Lehmann, Hubert Lutterbüse und Hendrik Stoya (v.l.) diskutieren die Ergebnisse und Erfahrungen
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